Es ist (nicht) alles Gold…

STRAVA Ergebnis des Mai Gran Fondo
R. V. Möwe – Ride in den Mai

106,06 Kilometer,
330 Höhenmeter,
216 Watt geschätzte Durchschnittsleistung,
3 Stunden, 52 Minuten und 9 Sekunden Bewegungszeit,
27,4 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit …

klingt für einen trainierten Sportler jetzt nach einer gemütlichen Runde, für die weniger geübten Sportler ist das schon eine Hausnummer. Worum es mir bei diesem Beitrag geht ist der „ehrliche Umgang“ mit Ergebnissen.

Mit Sportergebnissen ist es doch in Sozialen Netzwerken genau so wie mit Fotos aus dem Urlaub. Die meisten zeigen nur die schönen Dinge. Und bei den sportlichen Ergebnissen hat man bei einigen auch das „Gefühl“, die fahren mal eben 200 Kilometer, schlafen eine Nacht und legen am nächsten Tag noch einen drauf, weil das nun einmal so ist.

Ok, einige mögen das können, aber es ist nicht immer so und deswegen möchte ich einmal meine „Geschichte“ zum heutigen „Ride in den Mai“ beschreiben. Ja, das Ergebnis war (für mich) ein richtig Gutes, der Weg dahin hat mich am Ende einiges an Schweiß gekostet!

Es war Dienstagmittag, als mich die nachfolgende Nachricht erreichte:

„Wer Lust hat kann auch morgen ab 10 Uhr … mitfahren, Richtung Holland mit Kaffeepause…😁“

Klingt gut dachte ich; Niederlande ist immer gut, Kaffee und Kuchen sind auch nicht verkehrt … da simma dabei! Heute Morgen bin ich mit meinem Graveler (Bulls Daily Grinder 2) dann zur Sammelstelle (weil 10 Uhr war ne gute Zeit) und haben dann die anderen gesamt 7 Frauen und Männer auf ihren Rennrädern getroffen.

Nebeninfo: Ich bin noch nicht sooo lange in dem Radsport-Verein, weiß aber, dass dort mit unterschiedlichen Teams auch unterschiedliche Geschwindigkeiten gefahren werden. Ich wusste nicht, wer um 10:00 Uhr alles da sein wird und wollte es einfach mal versuchen. Was kann passieren? Ich kenne mich in der Ecke sehr gut aus und im Notfall kopple ich mich aus, also alles gut.

Um das Ergebnis jetzt am Ende mal in das richtige Licht zu rücken:

Die Runde war für mich richtig gut, um mal zu sehen, wo ich leistungsmäßig stehe. Ich bin noch nie zuvor auf eine Distanz von 100 Kilometern mit dieser Leistung (s. durchschn. Geschwindigkeit) gefahren. Dementsprechend bin ich grundsätzlich auch sehr zufrieden mit meiner Leistung.

Dennoch werde ich in Zukunft erst einmal weiter trainieren und in einer langsameren Gruppe fahren. Nach knapp über 70 Kilometern war mir klar, dass ich das bis dahin für mich persönlich recht hohe Tempo nicht weiter halten kann und gerade bei Steigungen bin ich dann auch immer wieder zurückgefallen. Nach 95 Kilometern habe ich mich dann „abgemeldet“ – es machte einfach keinen Sinn mehr. Die Oberschenkel-muskulatur wollte einfach nicht mehr. Die Gruppe musste jetzt zu oft auf mich warten und ich habe die restlichen Kilometer nach Hause dann in meiner Geschwindigkeit – die ich noch problemlos fahren konnte – angetreten.

Vielen Dank an die Gruppe! Die Runde und auch euer Zuspruch war echt super(!) und ich fahre auch gerne in Zukunft wieder mit, dann allerdings eine „Gruppe tiefer“.

Aber warum schreibe ich das? Nun, wie eingangs geschrieben, sehen wir heute eigentlich nur die „erfolgreichen“ Dinge im Social Media. Jedes Bild und jedes Ergebnis zeigt nur den Endzustand, aber nie, was dahinter steckt. Ich wollte mit diesem Beitrag einmal beschreiben, wie es in diesem Fall gewesen ist.

Ich kann das Ergebnis für mich sehr gut einordnen und damit umgehen. Ich werde in Zukunft weiter dran arbeiten, wie ich es in der Vergangenheit gemacht habe. Aber es war natürlich auch kein „tolles Gefühl“, wenn eine Gruppe immer wieder auf einen warten muss. Aber es war so, warum sollte man das nicht aussprechen?

Das ist aber kein Grund aufzugeben. Nein, aufgeben ist keine Option, also arbeite ich daran und in Zukunft wird das einfach besser, denn bis Kilometer ~75 habe ich mich schon ganz ordentlich geschlagen.

Und deswegen auch noch einmal „Danke“ Mädels und Jungs für den Zuspruch am Ende … ach und auch Danke für den Müsliriegel, war lecker! 🤣

Ich freue mich auf unser nächstes Treffen im Verein und die nächsten Touren und RTF!

Der Link zur Tour bei STRAVA.

Update: Heute habe ich dazu nachfolgenden Kommentar erhalten:

„Moment mal, mit einem Gravelbike den Schnitt zu fahren, Respekt. Das ist so wie mit einem Messer zur Schießübung zu gehen. Ich hatte auch erst überlegt den Crosser zu nehmen, aber wenn Can gemütlich schreibt, bin ich schon gewarnt.“

Ok, ich dann ab jetzt auch! 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.