Wie das Fahrrad mein Leben verändert hat!

Foto: Stefan Mörkels – Mit dem Rad zur Arbeit (CC by-nc-sa 3.0)

Wer mich heute kennenlernt, der sieht einen „sportlichen“ Mitvierziger, der täglich – bei jedem(!) Wetter – seinen Weg zur Arbeit und zurück mit dem Rad fährt, gerne auch mal 80 Kilometer am Tag zurücklegt und fast immer gut gelaunt ist. Seit einigen Monaten kommt sogar das Laufen noch dazu, was schon ganz gut klappt.

Ich wiege aktuell um die 92 Kilo, bin dabei 1,92 Meter groß und allgemein zufrieden mit mir, meinem Körper und meiner Kondition. Doch das war nicht immer so…

2011 (148,x), 2014 (99,3) und heute … (c)

Unsportlich ist wohl noch das freundlichste Wort, welches mir heute über mich einfällt.

35 Jahre alt, 148,x Kilo schwer … wie es dazu kommen konnte? Das ist einfach erklärt, wenn man meinen Tagesablauf gesehen hat:

Zusammengefasst: Bett > Couch > Bus > Arbeit > Bus > Couch und von dann wieder ab in’s Bett.  Dazwischen immer wieder essen und trinken. Natürlich nur die gesunden Sachen mit Zucker. Und essen gerne 3x täglich und zwischendurch die Süßigkeiten nicht vergessen … ja, so kommt man über die Jahr auf sein Gewicht.

Ich war damals grundsätzlich nicht unzufrieden, es kam auch eher „schleichend“ und alles was schleichend kommt nimmt man gar nicht so wahr, wie man es ggf. müsste/sollte. Irgendwann kam der Gedanke, dass das mit 35 Jahren nicht alles sein kann und ich habe versucht in meinen Möglichkeiten etwas zu ändern.

Raus gehen, Leute kennenlernen und ggf. auch sozial mehr engagieren? So kam ich 2011 irgendwann zur Plasmaspende. Vor jeder Spende wird „man(n)“ gewogen und bekommt sein Gewicht an den Kopf geworfen. Irgendwann knallte mir besagte 148,x Kilo vor den Kopf und es machte „Klick“ … so kann es nicht weitergehen! Aber was sollte ich ändern?

Es war ungefähr zur gleichen Zeit, als mein Vater mich fragte, ob wir nicht einmal eine Radtour machen wollen? Gerne, aber ohne Fahrrad? Er hatte sich gerade ein neues Rad gekauft und hatte sein altes Rad „über“. Also schwinge ich keine Kilos auf das Rad und wir fahren (gesamt) ca. 15 Kilometer. Eine Entfernung, über die ich heute nicht einmal nachdenke. Damals jedoch, konnte ich nach dieser Tour den nächsten Tag kaum sitzen bzw. mich kaum bewegen.

Von „Leidenschaft“ für’s Fahrrad war hier noch keine Rede, aber es war im Grunde der Anfang, denn dieses Fahrrad sollte die nächsten 5 Jahre mein Begleiter sein…

Ich hatte jetzt „mein“ Rad, es stand in der Garage und da stand es gut und trocken …

Ganz toll, aber warum bin ich dann auf das Rad umgestiegen? Nun, das kam einige Wochen (Monate?) später und im Grunde bin ich durch den ÖPNV zum Radfahrer geworden. Ja liebe NEW, durch eure Fahrpläne wurde ich zum Radfahrer und es war – im Nachgang betrachtet – die beste Entscheidung, die ich bisher getroffen habe!

Es ist quasi bis heute so, dass jede Stunde lediglich ein Bus zu meinem Arbeitsplatz fährt. Und mit diesem Bus bin ich immer min. 45 Minuten zu früh am Arbeitsplatz. Unabhängig davon, dass ich mit dem Bus fahren „doof“ finde, ist man auch nach Feierabend darauf angewiesen, diesen ein Bus zu bekommen, der meist 35 Minuten nach Feierabend erst abfährt.

Also war es irgendwann Richtung Sommer 2012, wo ich anfing regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit zu fahren (#MdRzA). Konnte ich mir anfangs gar nicht vorstellen bei Regen zu fahren, denke ich auch da heute nicht mehr drüber nach. Die ersten Wochen waren dazu sehr „anstrengend“. Fast das erste halbe Jahr hatte ich das Gefühl, es wird nicht besser.

Vergessen wir nicht, ich war ein mit 148,x Kilo übergewichtiger Sack mit Anstrengungsasthma, der sich täglich zur Arbeit kämpfte, da irgendwie angekommen ist und dann nach Feierabend wieder zurück. Es hat gut 2,5 Jahre gedauert, bis nach und nach die Kilos weniger wurden. Ich habe aber nicht nur angefangen mit dem Rad zu fahren, sondern habe auch meine Ernährung umgestellt. Ich esse morgens und mittags ganz normal, „verkneife“ mir nur das Abendessen. Ich trinke tagsüber ausschließlich bis zu drei Liter Wasser und abends gerne mal ein Bier, aber auch hier bin ich von dem süßen Zeug weg. Ich esse heute gerne Krautsalat und Gewürzgurken, letzteres sogar nach dem Aufstehen und vor dem Frühstück 😉

Soviel bis hierher, aber noch ein wenig Chronologie:

2015 hat sich mein Gewicht seit Monaten bei 102,5 Kilo eingependelt und mein Ziel war: Nie wieder mehr als 110 Kilo wiegen wollen! Das hat dann auch gut 2 Jahre geklappt.

Im April 2017 bringe ich wieder 113 Kilo auf die Waage und ein Kollege meinte zu mir: „Die Fahhradjacke sitzt ein wenig „spack“, oder?“

Wie konnte es dazu kommen?
Ich versuche die Kurzfassung 🙂

Im Oktober 2016 hatte ich ein E-Bike gewonnen. Und wenn ein E-Bike einen „Turbo“ hat, dann nutze ich ihn auch. Also schnell fahren ohne Anstrengung, wie geil war das denn?  Dann hatte ich mir im Januar 2017 die Hand gebrochen und lag damit 4 Wochen quasi flach. Das alles war nicht unbedingt „vorteilhaft“ für mich und meinen Körper. Aber dennoch macht es nach dem Satz des Kollegen wieder < Klick > in meinem Kopf und ich verspreche ihm: „Warte bis August, dann bin ich wieder bei meinem vorherigen Gewicht!“

Ende Mai 2017 habe ich das E-Bike verkauft und mir ein „normales“ Rad gekauft. Seit diesem Zeitpunkt trete ich wieder mit eigener Kraft!

März 2018 – 92,5 Kilo (c)

Wir haben jetzt März 2018: Durch intensives Training im Fitness-Studio und tägliches fahren mit dem Rad zur Arbeit und zurück habe ich mein „Normalgewicht“ von 92,5 Kilo (bei 1,92) erreicht!

Ich bin mit mir und meinem Körper heute sehr zufrieden und ich habe eigentlich nur ein Ziel: Nie wieder dreistellig! Ob ich die 89 Kilo noch erreiche, ist mir eigentlich egal. Das Rückentraining (auf Grund eines Bandscheibenvorfalls) ziehe ich durch und das Bauchmuskeltraining ist der positive Nebeneffekt 😀

Nur sehr wenige kennen mich noch aus der Zeit vor sieben Jahre. Hosengröße weit jenseits der 60 (jetzt 54/56). Die Fotos von damals aus dieser Zeit zeigen mir sehr deutlich, wie ich nicht mehr aussehen möchte und es hilt mir, mein Ziel zu erreichen und zu halten.

Und nein, ich „quäle“ mich nicht, es macht mir Spaß!

Was jetzt noch kommt ist „Bonus“, aber warum jetzt nachlassen? Ich mache keine Vorsätze, ich habe Ziele und ich „arbeite“ stets nach dem Motto: Aufgeben ist keine Option! 💪

Gerne gehe ich auf individuelle Fragen ein, die hier im Blog als Kommentar gestellt werden.

Update 03.08.2018: Ich wiege heute 85,4 kg, trainiere für meinen 1. Triathlon, trage jetzt Kleidergröße L und fühle mich sauwohl!

3 Antworten auf „Wie das Fahrrad mein Leben verändert hat!“

  1. Danke für deine Geschichte. Da kannst du wirklich stolz drauf sein. Ich bin noch nicht so weit gekommen, habe aber auch nicht so extrem angefangen. Wir beide sind auf den cm gleich groß und habe mich von 116 auf heute 105kg herunter gearbeitet. Ich will aber nicht abnehmen sondern fitter werden. Das Rad nutze ich wann immer es geht. Mein Erfolg: ich bin heute mit 54 Jahren fitter als vor 10 Jahren. Mein Ziel : ich möchte das in 10 Jahren nochmal sagen können. Wir arbeiten daran, aber nicht gegen unseren Körper, sondern mit ihm.

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